Ihre Apotheke informiert
Expertin für Gewicht & Stoffwechsel
Frau Dr. Hoffmann ist eine renommierte Expertin für Gewichtsmanagement und Stoffwechsel aus Hamburg mit über 15 Jahren Erfahrung in der Behandlung von Gewichtsproblemen und Stoffwechselstörungen. Sie hat an der Charité Berlin studiert und über 50 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht.
Candidozyma auris ist ein multiresistenter Hefepilz, der weltweit als ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit gilt. Diese invasive Pilzinfektion breitet sich besonders in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen aus und zeigt Resistenzen gegen alle gängigen Antimykotika.
Candidozyma auris, auch bekannt als Candida auris, wurde erst 2009 erstmals identifiziert und hat sich seitdem zu einem der gefährlichsten nosokomialen Pathogene entwickelt. Dieser Hefepilz ist besonders problematisch, da er schwer zu identifizieren ist, sich schnell ausbreitet und gegen die meisten verfügbaren Antimykotika resistent ist.
Candidozyma auris (ehemals Candida auris) ist eine ascomycetische Hefe aus der Familie der Metschnikowiaceae. Diese Art wurde 2009 von Satoh et al. erstmals aus dem äußeren Gehörgang eines Patienten in Japan isoliert und beschrieben. Der Pilz gehört zur Candida-parapsilosis-Gruppe und zeigt eine hohe phylogenetische Verwandtschaft zu Candida haemulonii.
Wissenschaftlich belegt ist, dass C. auris über mehrere einzigartige Eigenschaften verfügt, die ihn von anderen Candida-Arten unterscheiden. Genomische Analysen zeigen, dass der Pilz über Gene verfügt, die Resistenzmechanismen gegen verschiedene Antimykotika-Klassen kodieren. Die Zellwand enthält modifizierte β-Glucane und Mannane, die sowohl die Resistenz als auch die Virulenz beeinflussen. Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit zur Biofilmbildung auf medizinischen Geräten und Oberflächen, was die Persistenz in Gesundheitseinrichtungen erklärt.
Die WHO hat C. auris 2022 in die Liste der fungalen Prioritätspathogene aufgenommen und als "kritische Priorität" eingestuft. Dies basiert auf der schnellen globalen Ausbreitung, der Multiresistenz und der hohen Mortalitätsrate. Phylogenetische Studien identifizierten vier hauptsächliche Kladen (Südasien, Ostasien, Afrika und Südamerika), die auf multiple unabhängige Entstehungsereignisse hindeuten. Die aktuelle Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Antimykotika, schnellere Diagnosemethoden und Präventionsstrategien.
Candidozyma auris kann sowohl oberflächliche als auch lebensbedrohliche invasive Infektionen verursachen. Die Symptome variieren je nach Infektionsort und können von milden Hautveränderungen bis hin zu schweren systemischen Manifestationen reichen.
Die klinischen Manifestationen von Candidozyma auris lassen sich grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilen: oberflächliche und invasive Infektionen. Während oberflächliche Infektionen oft weniger bedrohlich sind, können invasive Infektionen lebensbedrohliche Komplikationen verursachen.
Invasive Candidozyma auris-Infektionen stellen die schwerwiegendste Form der Erkrankung dar und sind häufig mit hoher Morbidität und Mortalität verbunden. Die häufigste Form ist die Candidämie, bei der der Erreger in die Blutbahn gelangt und systemische Infektionen verursacht. Weitere schwerwiegende Manifestationen umfassen:
Oberflächliche Infektionen durch Candidozyma auris betreffen primär Haut, Schleimhäute und oberflächliche Gewebe. Obwohl diese Infektionen meist weniger lebensbedrohlich sind, können sie als Ausgangspunkt für invasive Infektionen dienen und stellen ein erhebliches Übertragungsrisiko dar. Häufige oberflächliche Manifestationen sind:
Bei Patienten mit Candidozyma auris-Candidämie entwickeln sich charakteristische systemische Symptome, die oft einer bakteriellen Sepsis ähneln. Das persistierende Fieber über 38°C ist dabei eines der häufigsten und frühesten Anzeichen, das typischerweise resistent gegen antibakterielle Therapien bleibt. Begleitend treten Schüttelfrost und Kreislaufsymptome wie Hypotonie und Tachykardie auf, die sich bis zum septischen Schock entwickeln können. Neurologische Manifestationen wie Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit und Delir sind ebenfalls häufig und können Hinweise auf eine ZNS-Beteiligung geben.
Die Entwicklung einer Candidozyma auris-Infektion ist stark mit spezifischen Risikofaktoren verbunden, die überwiegend im Krankenhaus- und Intensivbereich anzutreffen sind. Besonders gefährdet sind Patienten mit längeren Krankenhausaufenthalten, da diese eine erhöhte Exposition gegenüber dem Erreger und nosokomialen Übertragungswegen bedeuten. Invasive medizinische Eingriffe und Devices erhöhen das Infektionsrisiko erheblich:
Zusätzlich spielen patientenspezifische Faktoren eine wichtige Rolle. Immunsuppression, sei es durch Erkrankungen oder therapeutische Maßnahmen, schwächt die körpereigene Abwehr gegen opportunistische Pilzinfektionen. Diabetes mellitus verändert das Immunsystem und schafft günstige Bedingungen für Pilzwachstum. Eine vorangegangene Antibiotika-Therapie disrupted die normale Mikroflora und kann das Risiko für Superinfektionen mit resistenten Pilzen erhöhen.
C. auris verbreitet sich hauptsächlich in Gesundheitseinrichtungen durch:
Die weltweite Verbreitung erfolgt durch:
C. auris wird häufig mit anderen Candida-Arten verwechselt, insbesondere mit C. haemulonii und C. duobushaemulonii. Konventionelle Identifikationsmethoden sind oft unzureichend.
Die Behandlung von Candidozyma auris-Infektionen stellt aufgrund der ausgeprägten Antimykotika-Resistenz eine besondere Herausforderung dar. Ein multidisziplinärer Ansatz unter Einbeziehung von Infektiologen, Mikrobiologen und Krankenhaushygienikern ist essentiell. Parallel zur antimykotischen Therapie sind strikte Hygienemaßnahmen und Infektionskontrollstrategien erforderlich, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Die Behandlung sollte immer unter infektiologischer Beratung erfolgen und richtet sich nach dem Antibiogramm.
Lactoferrin, ein eisenbindendes Glykoprotein, das natürlicherweise in Muttermilch, Tränen und anderen Körpersekreten vorkommt, zeigt vielversprechende antimikrobielle Eigenschaften gegen Candidozyma auris. Durch seine Fähigkeit, Eisen zu binden, entzieht Lactoferrin dem Pilz essentielle Nährstoffe und hemmt dessen Wachstum. Zusätzlich weist Lactoferrin direkte antimykotische Aktivitäten auf, indem es die Zellmembran des Pilzes destabilisiert und die Biofilmbildung, ein charakteristisches Merkmal von C. auris-Infektionen, signifikant reduziert.
In präklinischen Studien konnte gezeigt werden, dass Lactoferrin synergistische Effekte mit konventionellen Antimykotika wie Echinocandinen entwickelt, wodurch die therapeutische Wirksamkeit verstärkt und möglicherweise die Resistenzentwicklung verlangsamt wird. Die immunmodulatorischen Eigenschaften von Lactoferrin unterstützen zusätzlich die körpereigene Abwehr gegen opportunistische Pilzinfektionen, indem es die Aktivierung von Makrophagen und neutrophilen Granulozyten fördert. Obwohl Lactoferrin vielversprechende Ergebnisse in der Laborforschung zeigt, sind weitere klinische Studien erforderlich, um seine Wirksamkeit und Sicherheit als adjuvante Therapie bei Candidozyma auris-Infektionen zu bestätigen.
Wann in die Notaufnahme:
Spezialist konsultieren bei:
Diagnostik durch:
Für gesunde Menschen mit intaktem Immunsystem ist das Risiko einer C. auris-Infektion sehr gering. Der Pilz befällt hauptsächlich schwerkranke, immungeschwächte Patienten in Krankenhäusern. Gesunde Personen können den Pilz zwar tragen, ohne zu erkranken, aber auch zur Übertragung beitragen.
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit kontaminierten Oberflächen, medizinischen Geräten oder über die Hände von Gesundheitspersonal. Der Pilz kann wochenlang auf Oberflächen überleben und ist schwer zu desinfizieren. Eine Übertragung über die Luft ist unwahrscheinlich.
C. auris zeigt Resistenzen gegen die meisten verfügbaren Antimykotika. Etwa 90% der Isolate sind gegen Fluconazol resistent, 30% gegen Amphotericin B. Echinocandine sind oft noch wirksam, aber auch hier entstehen zunehmend Resistenzen. Die Resistenzmechanismen sind multifaktoriell und schwer zu überwinden.
Der beste Schutz ist die Einhaltung von Hygienemaßnahmen, besonders in medizinischen Einrichtungen. Dazu gehören gründliche Händehygiene, Verwendung von Schutzausrüstung und ordnungsgemäße Desinfektion. Patienten sollten bei Krankenhausaufenthalten im Ausland besonders vorsichtig sein und bei Rückkehr ein Screening erwägen.
Die Diagnose erfordert spezialisierte Labormethoden wie MALDI-TOF-Massenspektrometrie oder DNA-Sequenzierung. Konventionelle Identifikationsmethoden versagen oft und führen zu Verwechslungen mit anderen Candida-Arten. Viele Laboratorien sind noch nicht ausreichend auf die Identifikation von C. auris vorbereitet.
Lactoferrin zeigt starkes Potenzial in der Prophylaxe von Candida auris. Durch seine Eisen-bindenden und immunmodulierenden Eigenschaften hemmt es das Wachstum des Hefepilzes und unterstützt die körpereigene Abwehr, was es zu einem vielversprechenden Ansatz neben klassischen Hygienemaßnahmen macht.
[1] Candida auris: A Rapidly Emerging Multidrug-Resistant Pathogen.Clin Infect Dis, 2021.
[2] Global emergence of Candida auris: current evidence and future perspectives.Nat Rev Microbiol, 2023.
[3] Candida auris: epidemiology, diagnosis, pathogenesis, and antifungal susceptibility.Mycoses, 2022.
[4] WHO fungal priority pathogens list to guide research development and public health action.WHO Technical Report, 2022.
[5] Lactoferrin: A potential therapeutic agent against Candida auris.Front Microbiol, 2023.
[6] Infection prevention and control measures for Candida auris.Clin Microbiol Rev, 2022.