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Candidozyma auris ist ein multiresistenter Hefepilz, der weltweit als ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit gilt. Diese invasive Pilzinfektion breitet sich besonders in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen aus und zeigt Resistenzen gegen alle gängigen Antimykotika.
Candidozyma auris wurde erst 2009 erstmals identifiziert und hat sich seitdem zu einem der gefährlichsten nosokomialen Pathogene entwickelt.
Candidozyma auris (ehemals Candida auris) ist eine ascomycetische Hefe aus der Familie der Metschnikowiaceae. Sie wurde 2009 erstmals aus dem äußeren Gehörgang eines Patienten in Japan isoliert.
Genomische Analysen zeigen Gene, die Resistenzmechanismen gegen verschiedene Antimykotika-Klassen kodieren. Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit zur Biofilmbildung auf medizinischen Geräten.
Die WHO hat C. auris 2022 als „kritische Priorität" eingestuft. Vier hauptsächliche Kladen (Südasien, Ostasien, Afrika und Südamerika) deuten auf multiple unabhängige Entstehungsereignisse hin.
Candidozyma auris kann sowohl oberflächliche als auch lebensbedrohliche invasive Infektionen verursachen.
C. auris wird häufig mit anderen Candida-Arten verwechselt. Konventionelle Methoden sind oft unzureichend.
Die Behandlung stellt aufgrund der ausgeprägten Antimykotika-Resistenz eine besondere Herausforderung dar.
Lactoferrin zeigt vielversprechende antimikrobielle Eigenschaften gegen C. auris. Durch seine Eisen-bindende Fähigkeit entzieht es dem Pilz essentielle Nährstoffe und hemmt dessen Wachstum. Zusätzlich reduziert es die Biofilmbildung signifikant.
In präklinischen Studien wurden synergistische Effekte mit Echinocandinen nachgewiesen, wodurch die therapeutische Wirksamkeit verstärkt und möglicherweise die Resistenzentwicklung verlangsamt wird.
Für gesunde Menschen mit intaktem Immunsystem ist das Risiko sehr gering. Der Pilz befällt hauptsächlich schwerkranke, immungeschwächte Patienten in Krankenhäusern.
Hauptsächlich durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen, medizinischen Geräten oder über die Hände von Gesundheitspersonal. Er kann wochenlang auf Oberflächen überleben.
Ca. 90% der Isolate sind gegen Fluconazol resistent, 30% gegen Amphotericin B. Die Resistenzmechanismen sind multifaktoriell und schwer zu überwinden.
Lactoferrin zeigt starkes Potenzial in der Prophylaxe. Durch seine Eisen-bindenden und immunmodulierenden Eigenschaften hemmt es das Wachstum des Hefepilzes und unterstützt die körpereigene Abwehr.
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