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Melanotan I & II: Bräunungspeptide unter der Lupe
Melanotan I und Melanotan II sind synthetische Peptide, die als Analoga des Melanozyten-stimulierenden Hormons wirken. Sie werden vor allem zur Hautbräunung beworben – mit erheblichen gesundheitlichen Risiken.
Was sind Melanotan I & II?
Melanotan I (Afamelanotid) ist in der EU für eine seltene Lichterkrankung (Erythropoetische Protoporphyrie) zugelassen. Melanotan II ist dagegen ein nicht zugelassenes Forschungspeptid und wird oft illegal über das Internet vertrieben.
Beide Peptide stimulieren Melanocortin-Rezeptoren und führen zu einer verstärkten Melaninbildung in der Haut.
Vermuteter Wirkmechanismus
- Aktivierung von Melanocortin-Rezeptoren (MC1R, MC4R).
- Steigerung der Melaninproduktion in den Melanozyten.
- Beeinflussung von Sexualfunktion und Appetit (insbesondere Melanotan II über MC4R).
Risiken und Nebenwirkungen
- Übelkeit, Erbrechen, Hautrötungen, Blutdruckschwankungen.
- Veränderungen von Muttermalen – Verdacht auf erhöhtes Melanomrisiko.
- Sterilitäts- und Reinheitsrisiken bei Schwarzmarktpräparaten.
- Spontane Erektionen und Übelkeit insbesondere bei Melanotan II.
Rechtslage in Deutschland
Melanotan II ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und nicht verkehrsfähig. Afamelanotid (Melanotan I) ist nur in einer eng begrenzten Indikation zugelassen und unterliegt strenger ärztlicher Kontrolle.
Fazit der Apotheke
Häufige Fragen zu Melanotan
Ist Melanotan II legal?
Nein. Melanotan II ist in Deutschland nicht zugelassen und der Vertrieb als Bräunungsmittel ist rechtlich problematisch.
Macht Melanotan Hautkrebs?
Es gibt Berichte über Veränderungen von Muttermalen und Verdachtsfälle für Melanome unter Anwendung. Belastbare Langzeitdaten fehlen.
Was ist der Unterschied zu Afamelanotid?
Afamelanotid ist eine zugelassene Substanz für eine seltene Lichterkrankung. Melanotan II ist ein nicht zugelassenes Schwarzmarktpeptid.
Welche Nebenwirkungen treten häufig auf?
Häufig sind Übelkeit, Hautrötungen, Blutdruckveränderungen sowie unkontrollierte Pigmentierung.