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Sportler haben einen bis zu 70 % höheren Eisenbedarf als Nichtsportler. Dennoch bleibt Eisenmangel im Sport oft unerkannt.
Rote Blutkörperchen werden durch mechanische Belastung beim Fußaufsatz zerstört. Marathonläufer können pro Lauf 1–2 mg Eisen verlieren.
Pro Liter Schweiß gehen ca. 0,3–0,4 mg Eisen verloren. Bei 2–3 Litern pro Stunde summiert sich das.
Intensives Training erhöht IL-6, das Hepcidin stimuliert – den „Eisenblocker" für 3–6 Stunden nach dem Training.
Bis zu 85 % der Langstreckenläufer haben GI-Beschwerden. Mikroverletzungen der Darmschleimhaut führen zu okkulten Eisenverlusten.
Sports Anemia – ein Missverständnis?
Die „Sports Anemia" ist keine echte Anämie, sondern eine physiologische Anpassung (erhöhtes Plasmavolumen). Ein niedriger Ferritinwert zeigt dagegen einen tatsächlichen Eisenmangel an.
VO₂max kann um 10–20 % sinken. Bereits Ferritin unter 20 µg/l kann die Ausdauerleistung messbar beeinträchtigen.
Bei niedrigen Eisenspeichern kann die Erholung zwischen Trainingseinheiten verlängert sein.
Eisen ist Bestandteil der Cytochrom-c-Oxidase. Bei Mangel: früherer Laktatanstieg und schnellere Ermüdung.
Reduzierte Motivation, Konzentrationsschwäche und erhöhte Stressempfindlichkeit im Wettkampf.
≥ 35 µg/l
Minimum für
Breitensportler
≥ 50 µg/l
Optimal für
Leistungssportler
| Risikogruppe | Hauptursachen | Prävalenz |
|---|---|---|
| Langstreckenläufer | Fußhämolyse, GI-Verluste, Schweißeisen | bis 30 % |
| Sportlerinnen (allg.) | Menstruation + erhöhter Bedarf | bis 35 % |
| Schwimmer | Hohes Trainingsvolumen, Entzündungslast | bis 25 % |
| Vegetarische/vegane Athleten | Geringere Bioverfügbarkeit pflanzl. Eisen | bis 40 % |
| Gewichtsklasse-Sportler | Kalorienrestriktion | bis 25 % |
| Jugendsportler | Wachstum + Training | bis 30 % |
Hepcidin-Spiegel sind morgens am niedrigsten.
3–6 Stunden nach dem Training kann Hepcidin die Aufnahme um bis zu 50 % reduzieren.
Jeden-zweiten-Tag-Einnahme kann die Eisenabsorption um bis zu 40 % verbessern (McCormick et al., 2019).
Lactoferrin transportiert Eisen über eigene Rezeptoren – unabhängig vom Hepcidin-Block.
Kann IL-6 senken und den Hepcidin-Anstieg abschwächen.
Wichtig für Athleten mit trainingsinduzierter GI-Empfindlichkeit.
Lactoferrin kann den Open-Window-Effekt nach intensivem Training abmildern.
Iron status in athletes: an update
Sports Medicine, 2017 · PubMed ↗
Foot-strike haemolysis after a 60-km ultramarathon
Blood Transfusion, 2012 · PubMed ↗
Iron supplementation benefits physical performance in women
Journal of Nutrition, 2014 · PubMed ↗
Prevalence of iron deficiency in female athletes
Int J Sport Nutr Exerc Metab, 2008 · PubMed ↗
Alternate-day versus consecutive-day oral iron supplementation
Med Sci Sports Exerc, 2019 · PubMed ↗
Die dargestellten Informationen ersetzen keine sportmedizinische Beratung.