Bioverfügbarkeit

Verdauung & Stoffwechsel
Kurzdefinition: Anteil eines Wirkstoffs, der unverändert in den systemischen Kreislauf gelangt und biologisch wirksam wird.

Ausführliche Beschreibung

Bioverfügbarkeit ist ein zentraler pharmakologischer Begriff und beschreibt, welcher prozentuale Anteil eines aufgenommenen Wirkstoffs tatsächlich im Blutkreislauf ankommt und am Wirkort genutzt werden kann. Bei intravenöser Gabe liegt die Bioverfügbarkeit definitionsgemäß bei 100 %; bei oraler Einnahme ist sie deutlich geringer, da Magensäure, Verdauungsenzyme, Darmflora, Schleimhautbarrieren und der hepatische First-Pass-Effekt einen Teil des Wirkstoffs abbauen. Im Bereich der Eisenversorgung ist die Bioverfügbarkeit besonders relevant: Klassische Eisensalze wie Eisensulfat haben zwar eine hohe Dosierung, werden jedoch nur zu etwa 5–15 % aufgenommen und verursachen häufig Magenschmerzen, Übelkeit und Verstopfung. Häm-Eisen aus tierischen Quellen erreicht 15–35 %. Lactoferrin gilt als besonders interessant, weil es Eisen über spezifische Rezeptoren in den Enterozyten einschleust und dadurch trotz niedriger Eisendosis effektiv die Ferritinspeicher auffüllen kann – ohne nennenswerte Magen-Darm-Nebenwirkungen. Die Bioverfügbarkeit eines Präparates hängt von zahlreichen Faktoren ab: Galenische Form (Kapsel, Tablette, Liposom, magensaftresistente Hülle), Begleitstoffe (Vitamin C steigert, Calcium, Tannine, Phytate und Kaffee senken die Aufnahme), Tageszeit, Nüchternheit, Magensäureproduktion, gleichzeitige Medikamenteneinnahme und individuelle Darmgesundheit. Auch genetische Faktoren und Entzündungsmarker wie Hepcidin beeinflussen die Resorption. Die patentierte CelVio-Lactoferrin-Formulierung zielt darauf ab, das empfindliche Glykoprotein vor Magensäure zu schützen und so dessen Bioverfügbarkeit konstant hoch zu halten. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: Eine hohe Wirkstoffmenge auf der Verpackung sagt wenig über die tatsächliche Wirkung aus. Entscheidend ist, wie viel davon im Blut ankommt. Apotheken beraten gezielt zur Einnahmezeit, zu sinnvollen Kombinationen und zu möglichen Wechselwirkungen, um die Bioverfügbarkeit eines Präparates zu maximieren.

Behandlungsmöglichkeiten

Verwandte Begriffe

Weitere Informationen

Dieser Glossar-Eintrag ist Teil des Eisenmangel-Glossars Ihrer Apotheke. Weitere fundierte Informationen rund um Eisenmangel, Ferritin und Lactoferrin finden Sie auf eisenmangel.eu.